WinterdienstWinterdienst auf dem Betriebsgelände
Räum- und Streupflichten auf dem Firmengelände – wer verantwortlich ist.
Beitrag lesen7. Juli 2026
Nicht jede Glätte entsteht gleich – und nicht jede ist gleich gut zu erkennen. Wir erklären die wichtigsten Glättearten, wie sie entstehen und worauf es beim Winterdienst ankommt.

Je nach Glätteart wirken abstumpfende und auftauende Streumittel unterschiedlich – die richtige Reaktion zählt.
Glätte ist der Sammelbegriff für alle Straßen- und Wegeglätten, die durch Eis auf Oberflächen entstehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet mehrere Arten. Sie entstehen auf verschiedene Weise, sind unterschiedlich gefährlich und verlangen teils unterschiedliche Reaktionen. Wer die Unterschiede kennt, räumt und streut gezielter.
Glatteis entsteht, wenn unterkühlter Regen oder Niesel auf den kalten Boden trifft und dort sofort gefriert. Es bildet sich eine geschlossene, oft spiegelglatte Eisschicht. Glatteis zählt zu den gefährlichsten Glättearten und ist meist nur sehr kurzfristig vorhersehbar. Plötzlich großflächig auftretendes Glatteis wird umgangssprachlich auch „Blitzeis" genannt.
Reifglätte tritt auf, wenn sich Reif bildet: Die Temperatur am Boden entspricht dann dem Taupunkt, sodass sich Wasserdampf aus der Luft direkt als Eis auf Oberflächen ablagert. Sie ist tückisch, weil sie oft nicht großflächig auftritt. Untergrund und Randbewuchs von Wegen entscheiden mit, sodass sich die Glätte schon auf kurzer Strecke deutlich unterscheiden kann.
Bei überfrierender Nässe gefriert bereits vorhandenes Wasser – etwa Pfützen oder Restfeuchte –, sobald die Temperatur sinkt. Diese Glätte ist besonders trügerisch, weil sie auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen ist. Sie kann bereits einsetzen, wenn die gemessene Lufttemperatur in zwei Metern Höhe noch zwei bis drei Grad über dem Gefrierpunkt liegt, während die Oberfläche am Boden schon kälter ist.
Schneeglätte entsteht, wenn Schnee auf der Fläche festgefahren oder verdichtet wird und dadurch glatt wird. Sie tritt vor allem auf stärker frequentierten Flächen auf, auf denen Schnee nicht zügig geräumt wird.
Von Eisglätte spricht man, wenn festgefrorene Nässe oder geschmolzener und wieder gefrorener Schnee eine Eisschicht bilden. Typisch ist der Wechsel aus Tauen am Tag und erneutem Gefrieren in der Nacht.
Wir überwachen die Wetterlage, kontrollieren Ihre Flächen und streuen passend zur Glätteart.
Weil Glätte unterschiedlich entsteht, reicht ein starrer Räumplan nicht aus. Entscheidend sind die Kontrolle der Flächen zu den kritischen Zeiten – oft in den frühen Morgenstunden – und die passende Reaktion: abstumpfende Mittel wie Splitt schaffen Grip, auftauende Mittel wie Streusalz lösen die Eisschicht. Was nach dem Winter mit dem Splitt geschieht, lesen Sie im Beitrag Streugutbeseitigung nach dem Winter. Wer bei einem Glätteunfall haftet, erklären wir unter Winterdienstpflichten: Wer haftet bei Unfällen?

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